Auf der Suche nach einem Verbündeten

Ich weiß nicht genau, wohin dich deine Heldinnenreise führen wird. Genauso wenig, weiß ich, was mich in ein paar Jahren erwarten wird. Ich vertraue dem Leben. Bin seelig und glücklich endlich wieder Vertrauen zu dürfen. Ein wunderschönes, tiefes Gefühl.

Foto: Pixabay | ComfreakJedoch beschleichen auch mich immer noch diese Gedanken wie „Das ist doch eine Schnappsidee.“, „Bist du nicht schon genug auf dem Hosenboden gelandet?“ oder „Warum reicht dir dein jetziges Leben nicht?“.

Ganz einfach. Ich mag nichts Geradliniges.

Ich benötige Abwechslung, wie die Luft zum Atmen. Ich brauche Entscheidungsfreiheiten. Sonst fühle ich mich klein und eingesperrt. Außerdem gefällt es mir, keinem Klischee zu entsprechen. Das war als Jugendliche schon so. Da habe ich freiwillig Cordhosen statt West-Jeans getragen und nicht geraucht, weil sie fast alle in der Klasse geraucht haben. Heute bin ich glücklich darüber 😉 Außerhalb des Klischees zu leben ist außerdem sehr berauschend. Herzklopfen pur.

Letzens fragte ich mich, was mich dazu bewogen hat, diese Reise (meine Ausbildung) anzutreten. Die Heldinnen aus den Märchen meiner Kindheit zogen nie aus purer Langeweile los. Entweder wurden sie getrieben vom tiefen Schmerz, von einer unbeschreiblichen Sehnsucht oder eine Krise zwängte sie, sich auf einer Abenteuerreise zu begeben.

Wie ist es bei dir? Warum gehst du auf Abenteuerreise?

Nach 10jähriger Selbstständigkeit begann für mich ein neuer, radikaler Lebensabschnitt. In diesem Jahr verlor ich zwei Stammkunden an der heimtückischen Krankheit Krebs. Die Krankheit kam jeweils schnell und unerwartet. Die Hinterbliebenen standen vor der Frage, ob das Vermächtnis gewahrt wird oder ob die Firma verkauft werden soll. Ich selbst betreute zu dieser Zeit seit acht Jahren webtechnisch ein onkologisches Management, wo ich sämtliche deutschlandweiten Dokumentationen auf einer Plattform in einem geschützten Bereich ablegte. Bisher ohne groß darüber nach zu denken.

Was bewegt dich zu diesem großen Schritt?
Bei mir ist es die Ausbildung, welchen nächsten Schritt gehst du an?

Ich sah die Welt auf einmal mit ganz anderen Augen und suchte den Sinn meines Daseins. Eine Idee oder ein Projekt, was ich nachhaltig in die Welt bringen kann. Was später ohne mich fortgeführt werden kann. Jedoch fiel mir damals nichts ein. Alle Ideen waren mir zu klein, nicht nachhaltig oder sinnvoll genug. So verdonnerte ich mich für drei Monate zu einer „kreativen Auszeit“ aus der nun mittlerweile fast zwei Jahre geworden sind.

Welche Frage, welches Gefühl oder welche Sehnsucht treibt dich an?

Wenn ich so nachdenke und an meiner Lieblings-Heldin aus meiner Kindheit denke, ist es in erster Linie das ASCHENBRÖDEL. Und zwar das aufgeweckte Ding aus dem Hause DEFA: Drei Haselnüsse für Aschenbrödel.
Ich bin bis heute fasziniert von ihrer ansteckenden Fröhlichkeit. Egal ob sie gerade von der Schwiegermutter schlecht behandelt wurde, jammerte sie nicht und ließ den Frust nie an andere aus. Sie liebte ihre Umgebung. Behandelte jeden Menschen und jedes Tier freundlich, mit Ehrfurcht und Humor. Sie ließ sich nie entmutigen. Ein Satz aus dem Film hilft mir bis heute, wenn es mal nicht ganz so läuft, wie es eigentlich sollte: Vor mir Nebel. Hinter mir Nebel. Über mir die Sonne.

Schön, oder? Heute weiß ich, alle Veränderungen (auch die guten), lösen Ängste in uns aus. Unser „primitiver“ Instinkt traut dem großen Unbekannten nicht über den Weg. Das war es, was mich in der Vergangenheit von Projekt A zu B hüpfen lies und von B nach C. Solange es nicht zu Ende ist, habe ich noch nicht versagt. Ich denke, du weißt, was ich meine.

Echter Schwachsinn. Hätte ich Gesellschaft gehabt, jemand zum Reden oder ein Mensch, der mir liebevoll Rückhalt gibt, eventuell hätte ich früher schon Projekte beendet. Doch diese kleinen Mini-Ängste stoppten mich doch immer wieder. Geht es dir auch manchmal so?

Irgendwann las ich ein tolles Buch und entdeckte die „imaginären Verbündeten“, die an mich glaubten und mich stärkten. Ich stellte mir ein Team von Verbündeten im Team im Geist vor. So kann ich gedanklich in verschiedenen Rollen schlüpfen und sehe mein Leben oder Vision aus verschiedenen Perspektiven.

Die alten Stämme früher machten auch nichts Anderes, wenn sie ihre Götter zu sich riefen. Egal, ob sie ihnen in echt erschienen sind oder nicht. Egal, ob du an Götter glaubst oder nicht. Das Ganze funktioniert ja auch heute noch … mit Freunden oder Partnern; die sich gegenseitig unterstützen. Und nur das zählt.

Fertige am besten noch heute eine Liste deiner Verbündete an!

Hier ein paar Beispiele von mir:

  • Historisch bedeutsame Persönlichkeit (Leonardo da Vinci)
  • Jemand aus der Kindheit (meine Kunst- und Deutschlehrerin)
  • Fiktive Person aus Buch oder Buch (Aschenbrödel)
  • Jemand, der dich als Erwachsener imponiert (Brigitte Kräußling)
  • Freunde, Partner oder Gemeinschaften (Mein ML-Holon – Danke, dass es euch gibt. Ihr seid die besten )

Soviel zu meiner eigenen Liste. Nun bist du dran. Sei doch wieder so lieb und stelle deine Persönlichkeiten vor und nutze dazu die Kommentarfunktion. Vielen Dank ♥

Falls du noch tiefer in die Materie einsteigen willst, verrate ich dir welches Buch mir selbst bei der Suche geholfen hat:
Lebe das Leben, von dem du träumst“ von Barbara Sher
Sie widmet sich dem Thema Verbündete in Lektion 2 (Seite 40 bis 63) mit vielen Übungen, die dir damit helfen deine Unterstützer für deine Heldinnenreise tatsächlich zu finden. Ich wünsche es mir für dich vom ganzen Herzen.

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